Lage Veranstaltungsarena Röstplatz Hüttenberg Wertigkeit Denkmalschutz Einführung Das Mundloch am Röstplatz in Hüttenberg ist eng mit der Bergbaugeschichte der letzten Jahrzehnte in unserer Region verbunden. Seit 1926 bis zur Schließung des Bergbaues wurde die gesamte Erzproduktion durch dieses Mundloch zu Tage gefördert - von 1926 bis 1960 aus dem darüber liegenden Erzbunker, danach direkt vom Karlschacht bzw. aus dem Westrevier zur Verladeanlage beim Bahnhof Hüttenberg (Abb. 1).  | Abb. 1: Unterfahrungsstollen-Mundloch Foto H. Schenn | Auch der letzte Hunt wurde am 30. Juli 1978 durch dieses Mundloch aus der Grube gefördert und am 30. Juli 1980 waren die Schließungsarbeiten auch im Unterfahrungsstollen abgeschlossen. Es war daher für alle ehemaligen Bergleute deprimierend anzusehen zu müssen, wie dieses Mundloch in den letzten Jahren zunehmend verfiel. Und heuer fand anlässlich des Reiftanzfestes auch der Österreichische Knappen- und Hüttentag 2004 statt, zu dem zahlreiche Abordnungen und Gäste aus ganz Österreich und dem angrenzenden Ausland erwartet wurden. Unser Verein wollte unseren Gästen diesen Schandfleck nicht zumuten und hat zu Jahresbeginn beschlossen, die Renovierung in Angriff zu nehmen. Geschichte Nach dem ersten Weltkrieg erholten sich vor allem die tschechischen Eisenwerke bedeutend rascher als die heimische Eisenindustrie. Es gelang, die Erzlieferverträge mit diesen nunmehr ausländischen Hüttenwerken, die besonders den Manganreichtum der Braunerze aus dem oberen Revier schätzten, zu erneuern und damit setzte wieder ein Aufschwung für den Hüttenberger Bergbau ein. Das obere Revier wurde durch den Neubau des Bartenstein- und des Albertschachtes mit dem Albertstollen verbunden, wodurch die kostenintensive obertägige Förderung über das 1870/71 in einem Zug errichtete System von Horizontalbahnen und Bremsbergen – verlängert durch die 1911 errichtete Haselbremse – bis zur Globitschbremse eingestellt werden konnte. Auch die Kapazität der 1909 – nach dem Abschluss des ersten Erzliefervertrages mit einem schlesischen Hüttenwerk – erbauten 15 Röstöfen genügte der gesteigerten Produktion nicht mehr. Es wurde daher 1926 eine Anlage bestehend aus einem Erzbunker mit 1500 t Fassungsvermögen, einem kurzen Abförderstollen mit dem heuer renovierten Mundloch und einem großen Röstöfen nach System Apold-Fleißner errichtet. Die Anlage ging 1927 in Betrieb. Sanierungen 2004  |  | Abb. 2: Mundloch des Unterfahrungsstollens in Hüttenberg im Februar 2004 | Abb. 3: Kulissenmauer des Unterfahrungsstollenmundloches | Zu Beginn des Jahres 2004 befand sich das Mundloch des Unterfahrungsstollens in einem desolaten Zustand. Der Wurzeldruck des schnell wachsenden Buschwerks und der Frost setzten dem Mauerwerk so stark zu, dass der Bereich vor dem Mundloch wegen akuter Gefahr durch Steinschlag abgezäunt werden musste (Abb. 2). Die marmorne Erinnerungstafel über dem Mundloch fiel zu Boden und wurde dabei stark beschädigt. An der Kulissenmauer mussten zusätzlich zu den herabgestürzten Mauerteilen auch noch mehrere lockere Steine abgetragen werden, um fest verwachsene Wurzelstöcke entfernen zu können (Abb. 3). Nach Entfernung von Bewuchs und Wurzelstöcken wurden die abgetragenen Mauersteine wieder eingefügt, fehlende durch herabgestürzte Steine ersetzt. Die renovierte Marmortafel mit der Jahreszahl 1926 wurde wieder angebracht. Besonders die seitlichen Flügelmauern waren fast völlig verfallen (Abb. 4), sodass eine Sanierung nicht mehr möglich war. Es wurde daher beschlossen, die beiden Flügelmauern ca. 25 cm vor dem zerstörten Mauerwerk gänzlich neu aufzumauern. Dafür wurde beidseits ein Fundamentgraben ausgehoben und das Fundament mit starker Armierung betoniert. Darauf wurden die 8 m langen Flügelmauern, jeweils in 4 m Segmenten aufgemauert. Dafür wurden nach Verfügbarkeit die Originalsteine verwendet. Fehlende Mauersteine wurden hauptsächlich dem nahe gelegenen, verwachsenen alten Steinbruch entnommen, aus dem auch die Originalsteine stammen. Die zerbrochenen und großteils herabgestürzten Betonplatten der Mauerabdeckung wurden zerschlagen und für die Hinterfüllung der neuen Flügelmauern verwendet. Zum Abschluss wurden armierte Abdeckplatten betoniert (Abb. 5).  | | Abb. 4: Zerstörte ostseitige Flügelmauer | Insgesamt wurden 604 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet. An Material wurden ca. 100 m3 Betonschotter und 153 Säcke Zement benötigt. Das Armierungseisen wurde uns aus Beständen, die beim Bau eines Kleinkraftwerkes im Görtschitztal unmittelbar südlich von Hüttenberg nicht mehr benötigt wurden, kostenlos zur Verfügung gestellt.  | Abb. 5: Mundloch des Unterfahrungsstollens nach der Renovierung |
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