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Montangeschichtlicher Verein
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Löllinger Erbstollen | Drucken |

Lage

Lölling-Sonnseite, Gst. Nr. 616/2 KG Knappenberg

Wertigkeit

Denkmalschutz

Geschichte

Mit der 1567 im Auftrag Kaiser Ferdinands I erlassenen Hüttenberger Bergordnung – später in der Bergordnung Maria Theresias 1759 erneuert – wurde der Bau von Unterfahrungsstollen, der sog. „Erbstollen“, zwingend vorgeschrieben. Die Bezeichnung leitet sich aus der Funktion dieser Stollen ab, da sie die zusitzenden Grubenwässer „erben“ und verlässlich ableiten sollen. Mit einer Vererbung von Generation zu Generation hat es also gar nichts zu tun! Da diese Stollen aber die gesamte Lagerstätte oder zumindest große Teile davon unterfahren haben, wurden sie selbstverständlich auch häufig als Hauptförderhorizonte und wichtige Wetterverbindungen, also für die Zufuhr von Frischluft in die Grube, benützt.
Als typischer Erbstollen wurde, neben dem Hüttenberger Erbstollen und dem Barbarastollen auf der Mosinzer Seite auch der Löllinger Erbstollen auf SH 1104,7 m vorgetrieben. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1724 als „alt verlegen“ (E. Clar 1957).
Löllinger Erbstollen um 1890. Das linke, ältere Stollenportal ist verfallen und nicht mehr vorhanden.- Fotoarchiv Schenn


Im Jahre 1875, also in der Zeit der Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft war der Löllinger Erbstollen mit dem Barbarastollen verbunden und stellte damit eine etwa 1700 m lange Hauptverbindung durch den Hüttenberger Erzberg dar. Seitlich war auch der stark ansteigende Wilhelmstollen eingebunden, auch der Hüttenberger Erbstollen war an dieses System angeschlossen.

Die Erzförderung wurde bereits mit dem Ende der Eisenerzeugung in Lölling und der Stilllegung des Erzabbaues auf der Löllinger Sonnseite im Jahre 1899 eingestellt. Aber noch bis zur Mitte des 20. Jhds durften die Löllinger Knappen durch den Erbstollen einfahren, aber auch die Deputatkohle für die auf der Löllinger Seite wohnhaften Knappen wurde über den Erbstollen geliefert; dies jedoch mit erheblichem personellen Aufwand: lange vor und nach der Schicht musste der Stollen auf- und wieder zugesperrt werden und auch für die Stollenerhaltung musste gesorgt werden. Und diese Kosten wollte man sich ersparen. Im Jahre 1953 verfügte daher die Bergdirektion Hüttenberg die Schließung des Löllinger Erbstollens.



Sanierungen

Zustand vor der Sanierung:
Die rechte, bergseitige Stützmauer und das über dem Stollenportal liegende Gelände waren mit Buschwerk und teilweise auch bereits Bäumen stark verwachsen und in größerem Ausmaß abgebröckelt und verstürzt. Die kleine Stiege an der Stützmauer, war nicht mehr sichtbar.
Die linke – westliche – Mauer, die ursprünglich das zweite, schon vor langer Zeit abgetragene Mundloch talseits begrenzte, war ebenfalls an der völlig ungeschützten Mauerkrone durch mächtiges Strauchwerk bewachsen und bereits stark einsturzgefährdet. Der Stollen selbst war bis zum Verbruch, der mit einer Trockenmauer gesichert war, mit Gerümpel angefüllt und verunstaltet. Die ursprünglich angebrachte Gittertüre war nicht mehr auffindbar, lediglich drei Türangeln waren noch eingemauert.


Sanierungsarbeiten:

Ausgraben der Stiege an der östlichen Stützmauer.- Foto Dieber 2003

Im Zeitraum vom 8. Mai bis 8. Juli 2003 wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Das Gelände oberhalb des Stollenmundloches wurde gerodet und das Mauerwerk des Mundloches von Sträuchern und Wurzeln befreit.
  • Die östlichen und westlichen Stützmauern wurden ebenfalls von Strauchwerk, Wurzelstöcken – teilweise musste hiefür ein Traktor eingesetzt werden – und anderem Bewuchs befreit und, wo nötig, ausgebessert. Vor allem die Wurzelstöcke, die um die eisernen Befestigungsbügel der ehemaligen Füllgossen herum gewachsen waren, erforderten besondere Vorsicht.
  • Die westliche, talseitige Mauer des ursprünglich vorhandenen zweiten Mundloches wurde mit armierten Beton und alten Löllinger Dachziegeln abgedichtet und frostsicher gemacht.
  • Die Stiege an der östlichen Stützmauer, die zum ehemaligen Pulverturm führte, wurde freigelegt und mit originalem, abgerutschten Steinmaterial ausgebessert.
  • Die steinernen Abdeckplatten des Mauerwerkes oberhalb des Mundloches wurden neu verlegt und verankert.
  • Eine Gittertüre wurde nach altem Vorbild neu angefertigt und im Mundloch unter Mitverwendung der noch vorhandenen drei Angeln eingebaut. Der obere Halbmond wurde fest verankert, der untere Teil ist als zweiflügeliges Tor ausgebildet.
    Gittertüre.- Foto W. Kleer 2003
  • Das Gelände vor dem Mundloch und den Stützmauern wurde eingeebnet und planiert.
  • An der westlichen Stützmauer wurde auf Wunsch des Vereines von der Marktgemeinde Hüttenberg eine Bank aufgestellt.
  • Eine Informationstafel, die an der westlichen Stützmauer angebracht wurde, wurde von Mitgliedern des Vereines entworfen und textiert, von den touristischen Anlagen der Marktgemeinde bestellt und von unserem Verein zur Hälfte finanziert.

Löllinger Erbstollen nach der Sanierung.- Foto K. Dieber

 


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