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Alberstollen-Mundloch | Drucken |

Lage

KG Knappenberg, Gst. Nr. 616/2

Wertigkeit

Denkmalschutz


Geschichte

Der Albert Dickmann-Stollen mit seinen beiden Mundlöchern ist ein bemerkenswertes Montandenkmal im Bereich der Hüttenberger Haupteisenwurzen und untrennbar mit der Geschichte des Bergbaues in den letzten 100 Jahren verbunden.

Nach der Gründung der „Hüttenberger Eisenwerks-Gesellschaft“ (HEWG) 1869 durch die vier damals noch bestehenden Hauptgewerkschaften wurde 1872 rund 90 m unter dem alten Knappenberger Erbstollen der Albert (Dickmann)-Stollen als neuer „Erbstollen“ angeschlagen, um vermutete Erze unterhalb des Erbstollen-Niveaus abbauen zu können. Beim Vortrieb wurden erstmalig in Hüttenberg mehrere durch Pressluft angetriebene Stoßbohrmaschinen für das Bohren der Sprenglöcher verwendet. Dafür wurde das Albert-Maschinenhaus errichtet, in dem ein von einer 12 PS - Dampfmaschine angetriebener Kompressor stand. Neueinführungen für Hüttenberg waren auch die Verwendung von Dynamit als Sprengmittel und die elektrische Zündung beim Sprengen. Aber schon 1875 wurde der Vortrieb des Albert-Stollens wegen der inzwischen eingetretenen wirtschaftlichen Verschlechterung der Lage der Eisenindustrie bei Streckenmeter 285 vorübergehend eingestellt

Im Oktober 1881 trat dann die HEWG der 3 Monate zuvor gegründeten Österreichisch-Alpinen-Montangesellschaft (ÖAMG) bei, was aber nur einen kurzen, schnell vorübergehenden wirtschaftlichen Vorteil brachte, da die ÖAMG die Betriebe außerhalb ihres Schwerpunktes rings um den Steirischen Erzberg stillzulegen oder zumindest stark einzuschränken trachtete. So wurde auch beim alten Hüttenberger Eisenbergbau die Förderung ab etwa 1900 auf das vom Revierbergamt Klagenfurt zur Aufrecherhaltung der Bergbauberechtigung vorgeschriebene Mindestmaß gedrosselt.

Beim Albert-Stollen wurde zwar gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Vortrieb wieder aufgenommen, sodass der Stollen 1898 eine Länge von 413 m erreichte, aber parallel zur Einschränkung der Erzförderung wurde auch der Stollenvortrieb nur in dem von der Bergbehörde angeordneten Mindestausmaß weitergeführt. 1907 wurde dann wegen Wettermangel der Vortrieb bei m 515 völlig eingestellt, und der Stollen teilweise versetzt.

Nach der Stilllegung des letzten Hochofens, des Eduard-Ofens in der Heft 1908, fand sich überraschend ein schlesisches Hüttenwerk als Abnehmer für das Hüttenberger Erz, weshalb nun verstärkt Erze aus dem Mosinzer- und dem Knappenberger Revier zur Globitschbremse und weiter zum Bahnhof Hüttenberg transportiert wurden (bis 1911). Ab diesem Jahr wurde alles Erz durch den Knappenberger Erbstollen ausgefördert und über das vorhandene Bremsberg-Rollbahn-System obertätig zu Tal gebracht.

Aus praktischen Gründen wurde 1911 der Vortrieb des Albertstollens nach Ausräumen des Versatzes energisch wieder aufgenommen und erreichte 1912 sein Ziel. Bei m 700 wurde ein Aufbruch zum Erbstollen hergestellt und zum untertätigen Albert-Bremsberg ausgebaut (nicht zu verwechseln mit der obertägigen Albert-Bremse in Lölling!).


Sanierungen

Albert-Mundloch vor der Renovierung
Zustand vor der Sanierung:
Das schön gestaltete Mundloch des Albert-Stollens wurde von Jahr zu Jahr baufälliger. Der steinerne Türstock neigte sich nach vorne und der Spalt zur betonierten Stollenröhre wurde immer größer. Dadurch neigte sich das darüber liegende Stollenportal nach hinten und drohte völlig umzustürzen.




Sanierungsarbeiten:
In Absprache mit dem Landeskonservator Hofrat Dr. Harb wurde mit den Sanierungsarbeiten am 29. 10. 2001 begonnen. Das Mundloch wurde eingerüstet, die über dem Mundloch befindliche Gedenktafel für Albert von Dickmann abgenommen und gesichert aufbewahrt. Die bis zu ca. 200 kg schweren Mauersteine wurden mit einem Buchstaben/Zahlencode gekennzeichnet, bis auf die Höhe des Türstockes mit Hilfe eines starken Traktors abgetragen und ebenfalls gesichert deponiert.

Das Mundloch wurde bis auf die Höhe des Türstockes abgetragen
Das Erdreich über dem aus aufgestellten, nicht behauenen Natursteinplatten gemauerten Stollengewölbe wurde abgegraben und der Türstock an der bei der Schließung des Bergbaues errichteten Betonauskleidung verankert. Die verbliebene oberste Steinreihe wurde ausgerichtet und mit armiertem Beton hinterfüllt. Am 8. 11. 2001 mussten die Arbeiten wegen des Wintereinbruches abgebrochen werden.
Die Aufmauerungsarbeiten wurden im April und Mai 2002 durchgeführt. Dabei wurden die Steine entsprechend der Nummerierung mit einem elektrischen Haspel angehoben, händisch eingerichtet und mit Beton hinterfüllt.




Die Befestigungsklammern der Gedenktafel waren leider so stark verrostet, dass sie nicht mehr verwendet werden konnten. Sie wurden genau nach Vorlage neu angefertigt,
Die Mauersteine wurden mit Hilfe eines elektrischen Haspels angehoben
angedübelt und die renovierte Gedenktafel wieder angebracht.
Nach dem Abrüsten wurden die Seitenwände des Mundloches freigelegt und die durch den Hangdruck aus dem Verband gedrückten Mauersteine wieder eingefügt.
Die aus dem Albert-Stollen austretenden Grubenwässer mussten neu gefasst und wieder an den bestehenden Rohrstrang angeschlossen werden. Als letzte Maßnahme wurden die Schienen, die während der Bauarbeiten entfernt werden mussten, neu verlegt, um den ursprünglichen Charakter des Stollenmundloches wieder herzustellen. Die Arbeiten wurden am 10.6.2002 mit der Begrünung der angerissenen Böschungen abgeschlossen. Die letzten Reste des Bewuchses wurden erst entfernt, als die in den breiten Spalten des alten Mauerwerks nistenden Vögel ihre Brutpflege beendet hatten.


Gedenktafel für Albert Dickmann

 


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