LageUnmittelbar südwestlich der Barbarakirche in Knappenberg (ehemaliges Bremshaus der Wilhelm-Bremse) GNr. 493/12 KG Knappenberg (öffentliches Gut)
Wertigkeit Denkmalschutz Geschichte Auf einer alten Fotografie ist zwar der 1870/71 errichtete Wilhelm-Bremsberg sowie das Wilhelm-Bremshaus (1928 zur Barbarakirche umgebaut) zu sehen, nicht aber der Schichtturm. Das 1873 errichtete Grubenhaus zum Hüttenberger Erbstollen (heute Bergbaumuseum und Mineralienschau) ist ebenfalls noch nicht vorhanden. Die Aufnahme muss also zwischen 1871 und 72 aufgenommen worden sein. Auf einer Zeichnung Hugo Charlemont, die erstmals in „Die Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild“ (1891) publiziert wurde, ist der Turm allerdings bereits deutlich erkennbar. Ein Kopie dieser Zeichnung befindet sich im Bergbaumuseum Knappenberg und wurde auch bei M.Hohn: Eisenbahnen am Kärntner Erzberg.- Klagenfurt 1995, S. 102, publiziert. Auch auf einer Ansichtkarte aus dem Jahre 1908 ist der Turm ebenfalls abgebildet (freundliche Mitteilung von Manfred Hohn, in dessen Besitz sich die Ansichtskarte befindet). Der Schichtturm muss also zwischen 1871 und 1890/91 errichtet worden sein. In diesen Zeitraum fällt die Errichtung des Grubenhauses beim Hüttenberger Erbstollen (1873). Dieses Grubenhaus hat niemals eine Schichtglocke besessen, wie dies sonst üblich war. Es wäre denkbar, dass eine Schichtglocke nicht beim ungünstig in einem tief eingeschnittenen Graben liegenden Grubenhaus, sondern in unmittelbarer Nähe dazu, aber in weitaus dominierender Stellung, beim Wilhelm-Bremshaus positioniert wurde. Diese Denkmöglichkeit muss aber zumindest vorläufig reine Spekulation bleiben. Es steht jedoch fest, dass der Schichtturm als Bergbauanlage errichtet wurde und daher ein Montandenkmal darstellt. Nach Auflassung der Erzförderung über Horizontalbahnen und Bremsberge wurde das Maschinenhaus der Wilhelm-Bremse zur Barbarakirche umgebaut und am 4. Dezember 1928 – dem Barbaratag – eingeweiht. Seit dieser Zeit wird der Schichtturm als Glockenturm verwendet. Sanierungen Die Glocke im Schichtturm bei der Barbarakirche in Knappenberg konnte seit längerer Zeit nicht mehr geläutet werden, da die Holzkonstruktion stellenweise stark vermorscht war und die Sicherheit des Turmes nicht mehr gegeben schien.  Folgende Sanierungsarbeiten wurden von Mitgliedern des Vereines bis November 01 durchgeführt:
1. die teilweise vermorschte Aussenverbretterung entfernt 2. der Boden ausgekoffert und betoniert 3. die vermorschten Kanthölzer ausgetauscht 4. die Balken des Bodenkranzes und des Türstockes erneuert 5. der Zwischenboden auf halber Höhe des Turmes mit Lärchenpfosten erneuert 6. eine neue Türe mit Absperrvorrichtung angefertigt und angebracht 7. die vermorschte hölzerne Kugel mit dem Bergmannszeichen abgenommen 8. das Turmdach provisorisch abgedichtet 9. der Turm an der Außenseite neu verbrettert. 10. der hässliche Kunstfaser-Glockenstrick durch einen Hanfstrick ersetzt.
 Nachträglich wurden sowohl seitlich unter der Verbretterung als auch durch die Bodenplatte selbst Abflussmöglichkeiten für eventuell zusitzende Oberflächen- bzw. Niederschlagswässer geschaffen.
Die hölzerne Kugel, vor allem aber der in einem Stück darunter befindliche Kegelstumpf, waren so stark vermorscht, dass eine Wiederverwendung ausgeschlossen war. Auch das darauf angebrachte eiserne Bergmannszeichen Schlegel und Eisen, montiert auf einem nachgebildeten Bohrmeißel, war nach Auskunft der Verzinkerei zu stark verrostet, um noch bearbeitet werden zu können. Die hölzerne Kugel samt Konus wurde aus dreifach verleimten Birnenholz genau nach den abgenommenen Maßen neu gefertigt. Das Bergmannszeichen wurde ebenfalls dem Original nachgebaut und auf einem Bohrmeißel, wie er für die Herstellung von Schußbohrlöchern verwendet wurde, angenietet. Die Originale werden dem Bergbaumuseum Knappenberg zur Aufbewahrung übergeben.  Bei näherer Betrachtung musste festgestellt werden, dass die Schindeldeckung des Daches stark vermorscht und bereits undicht war. Der Auftrag für die Neudeckung wurde an die Fa. Zippusch in Eberstein vergeben. Wegen des einsetzenden Winters mussten die weiteren Arbeiten auf das Frühjahr 2002 verschoben werden.
Mit der Fertigstellung der Arbeiten konnte erst am 3.5.2002 mit der Einrüstung des Turmes begonnen werden, da die mit der Schindeldeckung beauftragte Fa. Zippusch vorher mit anderen Arbeiten ausgelastet war. Die Arbeiten wurden am 8.5., 10.5. und 11.5.2002 fortgesetzt bzw. abgeschlossen. Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:
1. Einrüsten des Turmes 2. Entfernen der alten Holzschindeln 3. Ersatz der obersten, angemorschten Dachlatten 4. Entfernung der angemorschten Teile des Dachstuhles 5. Hilfestellung bei der Schindeldeckung 6. Anbringen der neuen Kugel mit Bergmannszeichen an der Spitze des Turmes 7. Anbringen einer Kupferblechmanschette zum Schutz der obersten Schindelreihe 8. Abdichten der Kupfermanschette gegen den Konus der Turmspitze 9. Abrüsten des Turmes
Die Angebotssumme wurde von der Fa. Zippusch genau eingehalten, obwohl statt der angebotenen Doppeldeckung eine Dreifachdeckung erfolgte, da der gegebene Dachlatten – Abstand dies erforderte. Die Summe für die Neudeckung des Schindeldaches war für unseren Verein allein nicht aufzubringen, daher baten wir die Bevölkerung um Spenden.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Mitgliedern, Freunden und Gemeindebürgern, die unserem Aufruf gefolgt sind. Sie alle haben dazu beigetragen, dass das Loch in unserer Kassa ein wenig kleiner geworden ist. Wie versprochen wollen wir die Spender gerne bekannt geben (Angaben in Euro, auch alle Beträge, die über dem Mitgliedsbeitrag lagen, wurden dem Schichtturm zugerechnet):
 Allweiler Maria 10,- Auer Hermann 2,- Breitenhuber Johann 10,- Daniel Adolf 10,- Dieber Kurt 40,- Bergdirektor DI Getzeller Roland 140,- Grabner Monika und Herbert 50,- Dr. Hübel Gert 10,- Hudmast Edeltraut 10,- Jörg Franz 30,- Krause Marlies 30,- Lampl Hilde 13,- Lauchart Cornelia 20,- Leikam Anton 20,- Lichtnegger Walter 5,- Mellitzer Leopold 10,- Dr. Mörtl Josef 5,- Mostegel Otmar 10,- DI Möseneder Hermann 5,- Neumeyr Siegfried u. Brigitte 40,- Pinter Ralf 5,- Pirolt Horst 5,- Rieger Manfred 10,- Fam. Schermanz 20,- Schratter Rudolf 130,- Schropper Herbert 25,- Seiser Hermann 5,- Weber Christian 7,- Weiss Michael 10,- Wiedergut Franz 10,- Dir. Wohlfahrt Walter 10,- Wunder Ernst 5,- DI Zoltan Stefan 10,-
Natürlich wären wir auch weiterhin für jede Hilfe dankbar !
Ein ganz großes Dankeschön allen Spendern!
 Spenden bitte auf das Kto. 26245 bei der RB Hüttenberg-Wieting, BLZ 39340 mit dem Vermerk „Schichtturm“. Vielen herzlichen Dank!
Die Zimmermannsarbeiten wurden von Hermann Seiser, die Betonarbeiten von Willi Kleer durchgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von (in alphabetischer Reihenfolge):
| Daniel Adolf | | Dieber Alexander | | Dieber Kurt | Hatz Karl | Schenn Hubert |
Für die fachliche Beratung sei Franz Jörg herzlich gedankt, der schon in der Betriebszeit des Bergbaues die jährlichen Kontrollen des Turmes durchgeführt hat. Unser Dank gilt auch der Familie Schweighofer für die Beistellung von Wasser und Strom und Frau Grete Giermaier für „geistige Nahrung“.
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