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Montangeschichtlicher Verein
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Eisenwerk Heft | Drucken |

Lage

Heft nordöstlich von Hüttenberg

Wertigkeit



Denkmalschutz

Geschichte



Die Hochofenanlage in Heft wurde im Frühjahr 1857 von der Gewerkenfamilie Rauscher begonnen, da die logistischen Probleme, vor allem der Transport der Holzkohle, durch den parallelen Betrieb zweier Hütten (des alten Hefter Floßofens und der Pfannerhütte in der Mosinz) zu groß wurden. Die Rentabilitätssteigerung trat aber wegen des ungünstigen Standortes und der häufig zu geringen Wasserkraft nicht im erhofften Ausmaß ein.

Die imponierende Anlage bestand aus den beiden Holzkohlehochöfen Johann-Ernst und Pulcheria, dem Gebläsehaus, das Gichtengebäude und dem Kohl- und Erzbarren. Während der Johann-Ernst-Hochofen bereits Ende 1857 in Betrieb ging, wurde die Roheisenerzeugung im Pulcheria-Ofen erst 1861 aufgenommen.

Eisenwerk Heft zw. 1864 und 1869	Foto: LM f. Ktn Auf Anregung von Peter Ritter von Tunner, Professor für Eisenhüttenkunde in Leoben, beschloss die Compagnie Rauscher (CR) das erschmolzenen Roheisen nach dem Bessemerverfahren noch in der Heft zu Stahl zu frischen. 1963 wurde daher mit dem Bau des Stahlwerkes begonnen und am 4. Juni 1864 konnte im Beisein von Peter Tunner der erste Bessemerstahl erblasen werden. Nach dem Stahlwerk in Turrach war dies das erste Bessemerstahlwerk der Österreichisch-ungarischen Monarchie und die CR setzte sich mit ihrem nach dem neuesten Stand der Technik eingerichteten Eisen- und Stahlwerk in der Heft an die Spitze der Kärntner Eisenindustrie und fand auch international größtes Ansehen.

Nach dem Zusammenschluss aller Gewerken um den Hüttenberger Erzberg in der Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft im Jahre 1869 brachte auch die CR ihre Abbaugebiete und Schmelzwerke in die Gesellschaft ein. Aber bereits 1881 übernahm die neugegründete Österreichisch-Alpine Montangesellschaft auch die Werke der HEWG und begann 1882 mit der Modernisierung der Hefter Anlage und dem Bau eines dritten Holzkohleofens ("Eduard"), der Ende 1883 in Produktion ging. Bald jedoch konzentrierte sich die Roheisen- und Stahlproduktion der ÖAMG auf die Werke Donawitz und Eisenerz, was 1901 vorerst zur Stillegung des Bessemerstahlwerkes und im selben Jahr auch des Pulcheria-Ofens führte. Mit dem Ausblasen des Johann-Ernst-Hochofens 1903 und des Eduard-Ofens 1908 endete endgültig die Roheisenerzeugung in Kärnten.

Sanierungen

Die Hochofenanlagen in Heft wurden 1981 vom Verein erworben und vorerst vom dichten und zerstörerischen Bewuchs befreit. In der Folge wurden die Hochofenanlagen mit Mitteln der Bergbaugebiets-Sonderaktion des Bundeskanzleramtes, der Obersten Bergbehörde, des Bundesdenkmalamtes, des Landes Kärnten und mit Sachspenden der Wietersdorfer Zementwerke durch die Fa. Breitenhuber komplett saniert. Das desolate Mauerwerk wurde ausgebessert, die Zinnen teilweise saniert, meist aber wiederhergestellt und die Mauerkronen – wie auch die des sog. "Erzkastens" – durch eine armierte Betonschicht gegen eindringende Niederschlagswässer und Wurzeldruck gesichert. Für diese Sanierung wurde der Marktgemeinde Hüttenberg der Österreichische Staatspreis für Denkmalschutz verliehen. Unter fachlicher Betreuung und Beratung durch Dr. Hans-Jörg Köstler wurde ein montanhistorischer Wanderpfad durch die historischen Anlagen eingerichtet.

Für die Kärntner Landesausstellung 1995 "Grubenhunt & Ofensau" wurde die Anlage vom Land Kärnten erworben und vom bekannten österreichischen Architekten Univ. Prof. Günther Domenig durch Überbauungen und Anbauten adaptiert. Ihm gelang in überzeugender Weise und hoher künstlerischer Qualität eine Verbindung zwischen der imponierenden Industrie-Architektur des 19. Jahrhunderts mit der Architektur der Gegenwart. Die Hefter Anlage wird gegenwärtig als Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum genützt.





 


 



Literatur

2500 Jahre Eisen aus Hüttenberg. Eine montanhistorische Monographie; Kärntner Museumsschriften Bd. 68, Klagenfurt 1981

Eine montanhistorische Monographie; Kärntner Museumsschriften Bd. 68, Klagenfurt 1981Grubenhunt & Ofensau. Ausstellungskatalog, Band II, Beiträge. Klagenfurt 1993

Eine montanhistorische Monographie; Kärntner Museumsschriften Bd. 68, Klagenfurt 1981Ausstellungskatalog, Band II, Beiträge. Klagenfurt 1993
H.-J. Köstler: Die Roheisenerzeugung in Kärnten von 1870 bis zu ihrer Auflassung im Jahre 1908. Radex-Rundschau, Heft 2, 1979


 

H.-J. Köstler: Montanhistorischer Lehrpfad durch das Eisenwerk Heft. Verein Schaubergwerk. 1980


 

R. Schratter: Wanderung durch Hüttenberg – Geschichte, Kultur und Erinnerungen aus 3000 Jahren. Hüttenberg 1981



 


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