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Albert Maschinhaus | Drucken |

Das Albert Maschinhaus

Lage


Albert-Halde westlich von Knappenberg; GNr. .77/8, KG Knappenberg
 

Wertigkeit 

Denkmalschutz

Geschichte


Zu Beginn der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts war der Erzabbau bereits unter das Niveau des Hüttenberger Erbstollens¹ in Knappenberg vorgedrungen. Daher wurde 90 Höhenmeter unterhalb des Erbstollens im Jahre 1872 der Albert–Dickmann–Stollen – benannt nach dem Löllinger Gewerken Albert Dickmann-Secherau, dem Initiator der 1869 gegründeten "Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft (HEWG)" – als neuer Unterfahrungsstollen angefahren.  Für die Bohrarbeiten beim Vortrieb des Stollens wurde erstmals Preßluft eingesetzt, für deren Erzeugung ein Kompressor im neu errichteten Albert-Maschinhaus installiert wurde.

In den Jahren 1911/12 wurde der 1875 vorübergehend eingestellte Vortrieb wieder aufgenommen und ab 1914 setzte sich der Preßluftbetrieb im gesamten Grubenbetrieb durch. Zur Versorgung der Grube wurden im Albert-Maschinhaus zwei zusätzliche Kompressoren,
Abb.1: Marmortafel über dem Albertstollen-Mundloch	Foto:Dieber 2000
die mit Rohöl- bzw. Benzinmotoren angetrieben wurden, aufgestellt.

Die Versorgung des Bergbaues mit elektrischer Energie wurde durch den Bau einer Wasserkraftanlage am Steirerbach gewährleistet, die 1917 begonnen und 1919 fertiggestellt wurde. Ebenfalls 1917 bis 1919 wurde das Albert-Maschinhaus erweitert, um einen neuen 50 m3 Kompressor der Andritzer Maschinenfabrik, Baujahr 1917, in Betrieb nehmen zu können. Durch diesen Zubau bekam das Maschinhaus seine heutige Gestalt.

Der Kompressor versorgte bis zur Schließung des Bergbaues die Grube mit der benötigten Preßluft, nur in den letzten Jahren durch einen modernen Turbokompressor, der ebenfalls elektrisch angetrieben wurde, unterstützt.


Sanierungen

 
Abb.2: Materialseilbahn Alberthalde	Fotoarchiv Schenn
Ehemalige Materialseilbahn

Im März 1996 gelangte das Albert – Maschinhaus in völlig verwahrlostem und desolatem Zustand in den Besitz des Vereines. Ein an die Außenmauer angebauter Kamin war umgestürzt und hatte das Dach beschädigt, so daß Niederschläge in das Gebäude eindringen und den Dachstuhl beschädigen konnten. Sämtliche Fensterscheiben waren zerbrochen, die Türen aufgebrochen und das Gebäude diente zeitweise als Unterschlupf für Obdachlose. Während der Sanierungs- und Sicherungsarbeiten im Albert – Stollen in den Jahren nach der Schließung des Bergbaues diente das Maschinhaus der ausführenden Baufirma als Bauhütte und Materiallager. Aus dieser Zeit füllten große Mengen an unbrauchbar gewordenem Baumaterial die Räume des Gebäudes. Auch mehrere originale Armaturen des Steuerungs- und Überwachungsbereiches waren entwendet.

Die vordringlichste Aufgabe war daher das Abtragen des umgestürzten Kamins, die Reparatur des Daches und die Säuberung des Hauses von Unrat und Gerümpel. Im Einzelnen wurden:


  • die fehlenden Armaturen wiederbeschafft und eingebaut
  • das Garagenfenster mit Rosettensteinen zugemauert
  • um das Maschinhaus Platten betoniert
  • die Abwässer aus den Dachrinnen gesichert abgeleitet und zum Versickern gebracht
  • die Eingangstüre restauriert, einer Anordnung des Denkmalamtes entsprechend umgefärbelt und neu eingebaut
  • die Wasserableitung aus dem Albert-Stollen verrohrt
  • das Tragseil der ehemaligen Seilbahn (siehe Abb. 2) ausgegraben und, bis auf ein Muster, verschrottet.
 Für zahlreiche ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden danken
Abb.3: Kompressor der Andritzer Maschinenfabrik 1917	Foto Dieber 2000
Abb. 4
wir (in alphabetischer Reihenfolge):
Norbert Bacher, Dr. Kurt Dieber, Paul Ganter, Roman Grabner, Karl Hatz, Manfred Hohn, Roland Jörg, Willi Kleer, Erich Löffler, Kurt Pucher, Manfred Rieger, Ing. Hermann Rinner, Hubert Schenn. Im Jahr 2002 werden die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen werden können, womit der für die Technikgeschichte unseres Raumes so wichtige und durch seine Größe so eindrucksvolle Kompressor (siehe Abb. 3) sicher verwahrt und das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Albert – Maschinhaus in seinem Bestand bis auf weiteres gesichert ist.

Literatur


2500 Jahre Eisen aus Hüttenberg. Eine montanhistorische Monographie; Kärntner Museumsschriften Bd. 68, Klagenfurt 1981
Friedrich Münichdorfer: Geschichte des Hüttenberger Erzberges. Fotomechanischer Nachdruck der Originalausgabe 1870. A18: H. Schenn, F.H. Ucik: Die Entwicklung des Hüttenberger Bergbaues und seines Umfeldes seit 1870; Klagenfurt 1989
¹ Unter "Erbstollen" versteht man im Bergbau einen von Obertag leicht ansteigenden Stollen, der die Abbaubereiche unterfährt und die in den Stollen und Schächten zusitzenden Grubenwässer gesichert ableitet ("erbt").

 


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